Ein Sanierungsprojekt mit Wirkung
Die Gemeinde modernisiert ihre Straßenbeleuchtung Schritt für Schritt. Der Aufwand ist groß, doch Sicherheit und Kostenbilanz verbessern sich deutlich.
Die Gemeindeverwaltung von Bad Tabarz arbeitet seit mehreren Jahren an der Erneuerung ihrer Straßenbeleuchtung. Es ist ein Mammutprojekt – und eines, das lange überfällig war. Zwar gibt es noch viel zu tun, doch die Fortschritte sind bereits sichtbar und messbar.
Grundlage der Maßnahmen ist ein Untersuchungsbericht der Thüringer Energienetze, datiert auf den 7. Januar 2020. Darin wurde der Zustand der Straßenbeleuchtung im Zeitraum von September bis November 2019 begutachtet – mit einem ernüchternden Ergebnis. Insgesamt existieren in der Inselsberg-Gemeinde 755 Lichtpunkte, verteilt auf 26 unterschiedliche Leuchtentypen. 662 davon mussten ausgetauscht oder grundlegend erneuert werden, 509 waren älter als 25 Jahre oder stammten noch aus DDR-Zeiten.
Der massive Sanierungsstau wirkte sich nicht nur auf die Energiekosten aus, sondern stellte auch ein Sicherheitsrisiko dar. „In manchen Jahren sind bis zu fünf Masten einfach umgefallen“, erinnert sich Bürgermeister David Ortmann. Besonders problematisch waren alte Betonmasten: Risse ließen Wasser eindringen, das bei Frost für massive Schäden sorgte. „Bei Forst wurde ein Mast regelrecht auseinandergesprengt“, so Ortmann.
Systematisches Vorgehen statt Flickwerk
Angesichts dieser Zustände erarbeitete die Gemeinde einen Prioritätenplan. Dabei wurden besonders dringliche Gefahrenstellen mit ohnehin geplanten Gehwegsanierungen abgeglichen, um Maßnahmen zu bündeln und Kosten zu sparen.
Inzwischen sind deutliche Fortschritte erreicht. „Mittlerweile wurden 370 Lichtpunkte erneuert. 140 Masten wurden ersetzt oder sogar neu gestellt – und zwar in fast allen Quartieren der Gemeinde“, berichtet Bauamtsleiterin Stephanie Fröhlich. Die 37-Jährige zählt auf: Burgholz, Friedrichrodaer Straße, Lauchagrundstraße, Langenhainer Straße, Dammweg, Walther-Rathenau-Straße, Max-Alvary-Straße und Inselsbergstraße – vielerorts ist die Beleuchtung bereits neu oder grundlegend modernisiert.
Weniger Kosten trotz mehr Lampen
Auch die Erfahrungen aus der Energiekrise wurden genutzt. Die Entscheidung, die Straßenbeleuchtung zwischen 1 und 4 Uhr nachts abzuschalten, trägt weiterhin spürbar zur Kostensenkung bei. Zudem setzte die Verwaltung konsequent auf nur zwei verschiedene Leuchtentypen – wartungsarm und energieeffizient.
Das Ergebnis überrascht selbst Fachleute: Obwohl heute mehr Lampen installiert sind als früher und die Strompreise insgesamt gestiegen sind, haben sich die Energiekosten für die Straßenbeleuchtung seit Beginn der Sanierungswelle um mehr als 85.000 Euro reduziert. Im Jahr 2024 lagen sie bei rund 45.000 Euro – fast eine Halbierung gegenüber der früheren Situation.
Ein Prozess mit langfristigem Nutzen
Bis alle Leuchten erneuert sind, wird noch Zeit vergehen. „Das ist ein laufender Prozess“, sagt Fröhlich. „Aber wir haben ja jetzt schon etwas davon.“ Mehr Sicherheit, geringere Kosten und ein einheitlicheres Ortsbild – das neue Licht von Bad Tabarz zeigt schon heute Wirkung.





